Flash CS5 ohne öffentliche Beta

Kaum ein Thema wird im Moment so heiß diskutiert wie Flash. Dabei spielen gleich mehrere Aspekte eine Rolle: iPhone-Development mit Flash CS5 und das fehlende Flash-Plugin für das iPad.

Während der Adobe MAX im Oktober 2009 ist die Nachricht wie eine Bombe eingeschlagen, dass es mit Flash CS5 möglich sein wird, Flash-Projekte als native App abzuspeichern und in den App Store zu stellen. Einige Beispiele sind dort bereits verfügbar.

Der so genannte Packager for iPhone sollte Actionscript-Entwicklern in der öffentlichen Betaversion von Flash CS5 zugänglich gemacht werden. Leider hat Adobe diesen Plan wieder verworfen. Die Betaphase ist auf eingeladene Entwickler beschränkt, um das neue Flash so schnell wie möglich auf den Markt zu bringen. Der genaue Erscheinungstermin steht noch nicht fest. Es ist aber davon auszugehen, dass Sie in der nächsten Ausgabe von mac-developer einen ersten Testbericht lesen können.

Einige interessante Details zum iPhone-Export aus Flash sind inzwischen bekannt: Flash-Apps werden nicht zur Laufzeit interpretiert. Beim Export aus Flash werden echte native Apps erzeugt. Es gibt keinen also Laufzeit-Interpreter für Actionscript. Das hat allerdings zur Folge, dass keine SWF-Dateien nachgeladen werden können. Die mit Flash entwickelten Apps sind voll App-Store-tauglich und dürfen auch als bezahlte Apps vermarktet werden. Flash-Apps setzen beim Anwender iPhone OS 3.0 oder höher voraus.

Ein anderes Thema im Zusammenhang mit Flash ist das fehlende Plugin für den mobilen Safari-Browser. Steve Jobs hat in seiner Keynote zur Einführung des iPad einige Internetseiten aufgerufen, die Flash-Inhalte eingebunden hatten. An diesen Stellen wurde aber wie beim iPhone ein blaues Legostein-Symbol angezeigt, das für ein fehlendes Plugin steht. Das nahm Lee Brimelow, Flash Platform Evangelist bei Adobe, zum Anlass für einen Blogbeitrag, in dem er schreibt, dass ohne Flash ein großer Teil der Webseiten nicht mehr nutzbar ist, denn Flash ist zu verbreitet, um es nicht zu unterstützen.

Steve Jobs wird zu diesem Thema, das in einem Mitarbeitermeeting diskutiert wurde, so zitiert: „Flash hat zu viele Fehler. Immer öfter, wenn ein Mac abstürzt, ist Flash daran schuld.“ Schon früher hat Steve Jobs angedeutet, dass ein Flash-Player auf mobilen Geräten zu viel Akkukapazität verbrauchen würde. Jobs weiter: „Kaum jemand wird noch Flash nutzen. Der Weg geht in Richtung HMTL5.“

Es bleibt abzuwarten, wie Apple und Adobe in Zukunft zusammenfinden. Klar ist, dass das iPhone und das iPad ohne ein Flash-Plugin Website-Betreibern andere Lösungen aufdrängen. Vielleicht kann Adobe seine Flash-Software in Zukunft auch so anpassen, dass HTML5 statt einer SWF-Datei herauskommt. Mit dem Export von nativen Apps hat Adobe bereits bewiesen, dass es nicht immer SWF sein muss. Bis zum Verkaufsstart von Flash CS5 können Sie sich unter adobe.com/iphone ein paar Videos zum Packager for iPhone ansehen und die ersten Flash-Apps ausprobieren. (Ingo Dellwig/jp)

Info:Adobe Labs

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